Codename U.N.C.L.E. Guy Ritchie

 

Eine neue Kinoreihe wollte dieser Film einläuten, vergebens: Die Kritiken waren lauwarm, die Kinos halbleer. Schade um ein buntes, munteres Werk, das auf DVD vielleicht mehr Glück hat. „Codename U.N.C.L.E.“ von Guy Ritchie („Sherlock Holmes“) erzählt von zwei Agenten in den 60er Jahren, die sich aus ideologischen Gründen herzlich abgeneigt sind: ein stocksteifer russischer Hüne (Armie Hammer) und ein Amerikaner mit Hang zu Luxus und Schnöseltum (Henry Cavill). Dennoch müssen sie zusammenarbeiten, um einer Gaunerbande eine Atombombe zu entwenden. Der Plot ist also so dünn wie ein Pfannkuchen, den aber zuckert und parfümiert die Regie nach allen Regeln der Kunst: Schöne, gut gekleidete Menschen wandeln durch edle Hotelsuiten und Roms schönste Orte, die Dialoge sind ironisch gefärbt, es herrscht nur mäßige Spannung, dafür aber eine nostalgische Gemütlichkeit – da passt es gut, dass der US-Agent, als er merkt, dass er betäubt wurde, sich den besten Platz auf dem nächsten Sofa sucht, bevor das Gift wirkt. Charmant.

Passend ist auch die vage Vorlage des Films auf DVD erschienen, die US-TV-Serie „Solo für O.N.C.E.L.“ (1964-1968). Die erste, noch schwarzweiße Staffel (auch wenn die Hülle Farbe verspricht), bietet flotte Agentenabenteurer mit dem kürzlich verstorbenen Robert Vaughn und David McCallum in damaliger TV-Ästhetik: viele Studioszenen, dazu als Simulation glamouröser Schauplätze ein paar Tourismus-Bilder aus dem Archiv. Daran muss man sich gewöhnen, doch dann ist die Serie eine Freude.

Film und Serie sind bei Warner erschienen.