Über Film und dieses & jenes, von Tobias Keßler

Schlagwort: Jean-Claude Van Damme

Van Damme, Schwarzenegger und Kollegen: die Doku „In Search of the last Action Heroes“

Pralle, gut geölte Muskeln. Weniger pralle, eher schlichte Plots. Knackige Einzeiler von einsilbigen Helden. Und Explosionen, so groß wie die Leinwand. Das war das Rezept von vielen, wenn auch nicht allen Action-Filmen der 80er und 90er Jahre. Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone dominierten diese Herde der Alpha-Stiere, in der sich in den Rangordnungen darunter Kollegen tummelten wie Dolph Lundgren und Steven Seagal, Chuck Norris und Jean-Claude Van Damme, Michael Dudikoff und Jeff Speakman. Dem Actionkino jener Ära widmet nun der Brite Oliver Harper einen mehr als abendfüllenden Film: „In Search of the Last Action Heroes“ spürt fast zweieinhalb Stunden lang dem Genre nach und den Prügelknaben von einst.

Ein Van Damme der Spätphase: „The Bouncer“

Harper ist ein populärer Youtuber, der in sorgfältigen Mini-Filmen die Klassiker des Genres analysiert. Sein nun erster Langfilm, finanziert per Kickstarter, ist eine enorme Fleißarbeit: mit unzähligen Ausschnitten aus Filmen, Trailern und mit Statements von Gesprächspartnern. Gut, dass Harper nicht die üblichen Verdächtigen vor die Kamera holen wollte oder konnte: Kein Lundgren oder Van Damme, kein Stallone oder Schwarzenegger, die man schon öfter hat reden gehört, sondern eher Filmschaffende hinter den Kulissen. Oder auch die aus der damals zweiten bis dritten Reihe, die heute entweder vergessen sind oder sich einer gewissen kultischen Verehrung von Actionfreunden erfreuen – etwa Cynthia Rothrock, mit der der Film beginnt und die sich vor allem in den 1980ern durch zahllose Video-Premieren boxte oder kickte. Sie hofft heute noch, gibt sie zu, auf eine Rolle in einem A-Film. Oder da ist der deutsche Actionmann Mathias Hues aus dem Ruhrpott, der sich durch Filme der mittleren und unteren Preisklasse schlug – seine prominenteste Rolle dürfte der böse Außerirdische im Lundgren-Film „Dark Angel“ von 1990 sein. Seine charmante Anekdote: Einst schlich er durch Videotheken in Los Angeles und räumte die Hüllen seiner Filme in den Regalen nach oben und stellte die von Van Damme nach unten.

„Less dialogue – more bodycount“

Wohlig nostalgisch ist dieser Blick zurück, der sich auch um Einordnung bemüht: James Bond als Urvater des modernen Action-Kinos, Steve McQueen als erster Action-Star der 1960er mit „Bullit“, Bruce Lee als Urvater des Kampfkunst-Films, der durch ihn erstmals auch im Westen populär wurde. Und eben die 1980er, in denen, wie Drehbuchautor Shane Black („Predator“) sagt, es ankam auf: „Less dialogue – more bodycount“, weniger Dialog, mehr Leichen.

Zu flotte Montage

Die Fülle an Ausschnitten ist immens, aber auch problematisch. Das Ganze ist sehr schnell montiert , und die Gesprächspartner sagen oft nur einen oder zwei Sätze, gefolgt vom nächsten actionprallen Ausschnitt, gefolgt vom nächsten Gesprächspartner. Am Ende könnte man da als Zuschauer oder Zuschauerin so erschöpft sein wie ein 80er-Star nach seiner finalen Prügelei. Da werden etwa das „Blaxploitation“-Kino der 1970er mit seinen schwarzen Actionhelden und das stilprägende Hongkong-Actionkino der 1980er in wenigen Augenblicken minimal abgehandelt.

„Da wussten wir, dass wir erledigt sind“

So wird der Film eher zu einer etwas rastlosen Liebeserklärung als zu einer Analyse. Man hätte den Interviewten mehr Raum gewünscht – ob nun Regisseur Paul Verhoeven, der mit Schwarzenegger einst „Total Recall“ drehte, oder Regisseur/Autor Sheldon Lettich, der viel mit Van Damme gearbeitet hat. Oder Mark Goldblatt, der actionversierte Cutter von Genre-Klassikern wie „Terminator“ (1 und 2) und „Phantom-Kommando“. Oder Autor Steven E. De Souza, der mit dem ersten Teil von „Stirb langsam“ einen prägenden und endlos imitierten Actionfilm schrieb. Ihnen allen hätte man gerne länger und am Stück zugehört. Immerhin wird vieles angeschnitten – der Patriotismus der Reagan-Ära etwa, der sich auch in Filmen wie „Rambo II“ niederschlug. Oder das Aufkommen der Computer-Effekte, die aus tatsächlichen Schauspielern saltoschlagende Actionhelden machen konnte (siehe „The Matrix“). Ab da waren vor allem die mimisch begrenzten Muskelmänner in ihrer Existenz bedroht. Oder wie es Mathias Hues sagt: „Da wussten wir, dass wir erledigt sind.“

Erschienen bei Studio Hamburg.
Keine Extras.

„The Bouncer“ mit Jean-Claude Van Damme

 

Jean-Claude Van Damme The Bouncer Lukas

Erste (Selbst-)Hilfe: Jean-Claude Van Damme. Foto: Labyrinthe Film

 

Was würde man für einen Arbeitsplatz alles tun? Eine Szene im Film „The Bouncer“ denkt die Frage konsequent zu Ende: Wir folgen einem Mann, der sich um einen Job als Türsteher bewirbt, in die labyrinthischen Kellergänge eines Nachtclubs. Zwischen Müll und Bierkästen wartet schon ein halbes Dutzend Mitbewerber. „Wer am Ende noch steht, der bekommt den Job“, sagt der Clubbetreiber. Die Bewerber zögern keine Sekunde, es beginnt ein stoisches Aufeinanderdreschen, Würgen, Treten.

Der finstere Witwer

Es ist die buchstäblich merkwürdigste Szene im finsteren Film „The Bouncer“, einer Produktion aus Frankreich und Belgien, die bei uns auf DVD erscheint. Dass der Film sehenswert ist, liegt nun wirklich nicht am Plot: Ein schweigsamer Witwer  verdingt sich als Türsteher in der Halbwelt und wird von der Polizei gezwungen, als Informant zu arbeiten. Sollte er keine Informationen über einen Clubbesitzer/Geldfälscher heranschaffen, verliert er das Sorgerecht für seine Tochter. Der Mann (namens Lukas) steigt langsam in der Gangsterhierarchie auf, immer in Angst, enttarnt zu werden. (Da muss man beim Lesen fast gähnen).

 

Aber: Die Umsetzung reißt es heraus und macht aus diesem Low-Budget-Film eine kleine Perle des modernen Film Noir. Hauptdarsteller ist Jean-Claude Van Damme, der gefallene Action-Star der 80er/90er Jahre und der bunteste Vogel unter den Muskel-Heroen seiner Zeit. Er brachte einst die ersten Hongkong-Regisseure wie John Woo und Ringo Lam nach Hollywood, torpedierte seine Karriere dann durch kokainbefeuerte  Größenwahnallüren und wurde vor allem in Frankreich und der belgischen Heimat zum gern gesehenen Gast in Talkshows – versuchte er doch mit großen Gesten und schwer nachvollziehbarem Amerikanisch-Französisch die Welt an sich zu erklären. Mit einem derartigen Sinn fürs Absurde, dass in Frankreich gar ein Buch namens „Parlez-vous le Jean-Claude“ seine größten Weisheiten sammelte. Etwa: „Luft ist gut für uns alle. Ohne Luft würden die Flugzeuge vom Himmel fallen.“ Mon dieu!

Die Geschichte der Cannon-Films

Van Damme ist mittlerweile 58, das Haar wird licht, und die Tränensäcke erzählen von einem bewegten Leben zwischen Triumph und Absturz. Das schwingt mit in seiner Darstellung, wobei Autor/Regisseur Julien Leclerq klug genug ist, Van Damme nur wenige Dialoge in den Mund zu legen (gedreht wurde in Französisch). Lange Sätze waren nie seine Stärke, abgesehen von seinem minutenlangen und tränenreichen Monolog in seinem früheren Ausflug ins europäische Kino, „JCVD“ von 2008, einem autobiografischen Film über schwindenden Star-Ruhm und Einsamkeit. Auch wenn das bei „The Bouncer“ mitschwingt, will der Film vor allem ein schnörkelloser Krimi sein. Das gelingt ihm mühelos. Untermalt von dunklen, pulsierenden Synthesizerklängen stapft Van Damme in einem immerwährenden Kapuzenpuli durch eine Grau-in-Grau-Großstadt (Drehort war vor allem Van Dammes Heimat Brüssel), durch Nachtclubs, menschenleere, von Fahrstuhlmusik beklimperte Luxus-Hotels und in einen Bauernhof. Dort findet das eher kleine denn große Finale statt, mit einem halb offenen, anrührenden Ende. Körper und Seele mögen ziemlich angeschlagen sein, aber die Würde ist noch da.

DVD und Blu-ray von Constantin Film. 

Zum Tod von Roger Moore

Roger Moore James Bond

 

Was einmal auf seinem Grabstein stehen sollte? Das verkündete er gut gelaunt schon vor vielen Jahren: „Hier ruht Roger Moore. Er war gar nicht mal so gut.“ Einer dieser typischen Moore-Sätze, die ihm so leicht von den ironisch geschürzten Lippen gingen. Denn Moore war niemand, der sich für ein verkanntes Genie hielt – sondern einfach für einen passablen Schauspieler, der sich glücklich schätzte, mit den James-Bond-Filmen, die er immer ein bisschen absurd fand, viel Geld zu verdienen und die ganze Welt zu sehen. Moore ist gestern in der Schweiz gestorben, nach einer kurzen Krebserkrankung, wie seine Familie mitteilte. Er wurde 89 Jahre alt.

Anders als Kollege und 007-Vorgänger Sean Connery war Moore kein Unbekannter, als er 1972 die Rolle von James Bond übernahm: Da hatte er eine zwar durchwachsene Zeit als Vertragsschauspieler in Hollywood hinter sich, aber auch eine lukrative TV-Karriere: als Krimi-Held Simon Templar in „The Saint“ (1962-1969) und natürlich als wunderbar öliger Adelsschnösel Lord Brett Sinclair in der Serie „Die Zwei“ (1970/71) mit Tony Curtis. Die erfreute sich ja gerade wegen einer genialen Blödelsynchro („Sleep well in your Bettgestell“, „Hallo, Ihre Lordschuft“) etc. in Deutschland eines enormen Erfolgs, war aber auch im Original durchaus witzig, wie Moore selbst noch einmal vor einiger Zeit sagte. Bond machte aus Moore einen internationalen Kino-Star – in einer Zeit, als die Grenze zwischen TV und Film weniger durchlässig war als heute.

Moores Bond-Ära war dabei kein Selbstläufer: Immerhin musste er Sean Connery ersetzen, der für viele ältere 007-Fans der unumstößliche Ur- und Immer-Bond war (und ist); außerdem war dessen letzter Film vor Moore, „Diamantenfieber“, auch nicht mehr ganz so erfolgreich wie die Bonds der 60er Jahre. Moore betrat also ein schlingerndes Schiff und brauchte zwei, drei Filme, um in sicheren Gewässern zu landen: In „Leben und sterben lassen“ (1973) und dem blassen „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) spielte er Bond ähnlich hart und zynisch wie Connery zuvor; aber das passte nicht zu Moore, dem Mann der leichten Komödie und der spöttisch erhobenen Augenbraue, der Schusswaffen und Filmschießereien nicht mochte. Erst in „Der Spion, der mich liebte“ von 1977 passte alles zusammen: eine herrlich absurde Geschichte, grandiose Dekors, bizarre Einfälle und im Zentrum Moore, der das alles nicht so ernst nahm und so wirkte, als wolle dem Publikum gleich mal zuzwinkern. Für eine ganze Generation von Kinogängern, die Ende der Siebziger halbwüchsig war, ist dieser Film – mit einem tauchenden Lotus Esprit und einem Bösewicht mit Stahlgebiss – mit der beste Bond-Film. Es war auch Moores liebster, der insgesamt sieben drehte: mal der Schwerkraft und der Logik völlig entrückt („Moonraker“, 1979), mal grimmiger und erdverbundener („In tödlicher Mission“, 1980).

 

Roger Moore Moonraker

Roger Moore und Lois Chiles in der Weltraumstation (in einem Pariser Studio) in „Moonraker“ – einem Bondfilm, an dem sich die Geister scheiden.

Der kurioseste und wohl bedrohlichste Moment in Moores Amtszeit als Bond kam 1983, als ausgerechnet Sean Connery einen Konkurrenz-007 drehte: „Sag niemals nie“. Der hatte zwar Connery zu bieten, aber sonst nicht viel, so dass Moores „Octopussy“ an den Kinokassen letztlich vorne lag – ein Umstand, auf den kaum jemand gewettet hätte, wohl nicht einmal Moore selbst. 1985 trank er dann seinen letzten 007-Martini und drehte „Im Angesicht des Todes“, einen bei allem Bohei (Grace Jones hüpft vom Eiffelturm) merkwürdig melancholischen Bond-Film: Moore war damals 58 (im heutigen Actionkino undenkbar), sichtlich geliftet, wurde allzu oft gedoubelt, der Abschied kam keinen Film zu früh. Das sah auch Moore so – „aber mein Bankberater wird in Tränen ausbrechen“.

 

 

James Bond Roger Moore

Seine Filmkarriere nach 007, man kann es nicht anders sagen, war wenig glanzvoll: In Filmen wie „Feuer, Eis und Dynamit“ von Ski-As Willy Bogner, der bei einigen Bonds die famosen Jagden im Schnee inszeniert hatte, tauchte Moore als Stargast auf; auch spielte er im karatesken Regiedebüt des belgischen Kampfsportschauspielers Jean-Claude van Damme. Den erwähnte Moore in seinem ersten Memoirenband, wie immer ganz Gentleman, so: „Wenn man über jemanden nichts Gutes sagen kann, dann sollte man schweigen.“ Das tat er dann auch.
Lieber widmete sich Moore der Arbeit als Unicef-Botschafter, inspiriert von seiner zeitweiligen Nachbarin Audrey Hepburn, und teilte seine Zeit in seinen Häusern in der Schweiz, Frankreich und Monaco auf. England hatte er schon lange verlassen, des Spitzensteuersatzes wegen.

Selbstironisch trat er 1997 im Kinofilm der Spice Girls auf, fast wie ein Bond-Bösewicht, und auch 2002 in der hirnrissigen Klamotte „Boat Trip“. Ob er das Geld brauchte? Oder einfach mal wieder vor die Kamera wollte? Wer weiß – aber Moore konnte man auch die Auftritte in üblen Filmen nicht übel nehmen, denn seine Selbstironie war stets entwaffnend. Schon 1981 spielte er in dem Auto-Jux „Auf dem Highway ist die Hölle los“ einen Mann namens Seymour Goldfarb Jr. im Bondschen Aston Martin, der unter einer Zwangsstörung leidet: Er hält sich für Roger Moore.
Der Schauspieler, der seinen Beruf nicht allzu ernst nahm, hatte dennoch eine Lieblingsrolle: In dem Thriller „Sprengkommando Atlantik“ (1979) spielte er vollbärtig und konstant schlecht gelaunt einen Frauenfeind und Katzenfreund, der sich nur beim Sticken entspannt. Typisch Moore.

Seine drei Kinder (aus der dritten von vier Ehen) schrieben gestern über ihren Vater: „Die Liebe, von der er in seinen letzten Tagen umgeben wurde, war so groß, dass man sie nicht in Worte fassen kann.“ Ein guter Abschied.

 

http://roger-moore.com/

 

 

 

James Bond Roger Moore

Schöner Schund (wenn auch nicht immer): Die Geschichte der legendären „Cannon“-Filmschmiede

Cannon Films

Berüchtigt war sie für schnell heruntergekurbelte, aber profitable Schundfilme: In den 80ern erlebte die Filmschmiede Cannon ihre große Zeit. Eine Doku erzählt nun ihre Geschichte.  

In den 80er Jahren kam kein Bahnhofskino, keine Videothek an Cannon vorbei. Die US-Filmschmiede warf überwiegend Billigfilme auf den Markt, in denen etwa Charles Bronson, sein Gnadenbrot kauend, zur Waffe griff („Ein Mann sieht Rot“, Teile II bis IV). Chuck Norris ballerte sich in „Missing in Action“ (I bis III) durch Vietnam; Dolph Lundgren hüpfte in Unterhose durch „Masters of the Universe“. Trash war das, knallbunter Filmschrott, der heute noch seine nostalgischen Fans hat.

Cannon Films Jean-Claude Van Damme

Cannon ist mittlerweile Geschichte – und die erzählt nun eine flotte Dokumentation namens „Electric Boogaloo“. Mit vielen Filmausschnitten und knapp 80 (!) Interviewpartnern zeichnet Autor/Regisseur Mark Hartley die Historie nach: In den 70ern feiern die beiden israelischen Filmproduzenten Menachem Golan und Yoram Globus ihren bisher größten Erfolg: die „Eis am Stiel“-Reihe über die Nöte und Freuden der Pubertät. Die beiden Cousins beschließen, ihr Glück in Hollywood zu machen, kaufen eine siechende US-Filmfirma namens Cannon und krempeln sie um. Das Konzept: bezahlbare Filme mit Action und/oder nackter Haut, in denen es ordentlich rumst, mit Altstars wie Bronson oder gut gebauten, mimisch eher zurückhaltenden Action-Athleten (Norris, Van Damme, Michael Dudikoff). Bei der Finanzierung bauen Golan/Globus auf „pre-sales“ – Vorverkäufe: Mit nichts als einem knalligen Titel, einem Filmplakat und einem Star im Gepäck reisen sie zu Festivals wie Cannes, finden Geldgeber und drehen erst dann den Film. Ein paar Jahre geht das gut, aber die Firma wächst zu schnell, das Duo übernimmt sich, kauft in England eine Kinokette und ködert anspruchsvolle Regisseure wie John Cassavates, Franco Zeffirelli und Jean-Luc Godard; dies zum Teil tatsächlich aus Liebe zum Film (Golan ist ein großer Kinofan, auch wenn man das seinem Oeuvre selten anmerkt), zum Teil, um den katastrophalen Ruf der Firma zu verbessern. Nach einigen Flops implodiert Cannon 1989.

Cannon Films Sylvester Stallone

Der Film erzählt davon enorm anekdotenprall, auch wenn Globus und Golan (der 2014 starb) nur in Archivaufnahmen zu sehen sind. Sie haben, als sie von den Plänen zur Doku erfuhren, lieber gleich ihre eigene gedreht, „The Go-Go Boys“, die bei uns noch nicht erschienen ist. „Electric Boogaloo“ führt zurück in die Ära unverhohlen reaktionärer Kracher wie „Delta Force“, barbusiger Schmonzetten wie „Mata Hari“ und sichtlich billiger Indiana-Jones-Abklatsche wie „Quatermain“. Das ist wohlig nostalgisch, manchmal gar surreal (in einem „Herkules“-Film landet ein Bär per Kinnhaken im All), aber stellenweise zu hektisch. Der Film lässt Interviewpartner wie Richard Chamberlain. Franco Nero, Bo Derek, Elliot Gould oder Dolph Lundgren nur einen kurzen Satz sagen, um sofort den nächsten sprechen zu lassen. Da rattern die Zitate manchmal so unbarmherzig wie ein Maschinengewehr in einem Chuck-Norris-Film. Etwas Muße hätte nicht geschadet.

Auf DVD erschienen bei Ascot Elite.
Fotos: Ascot Elite.

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