Über Film und dieses & jenes

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Neuer Leiter des Saarbrücker Filmhauses: Nils Daniel Peiler

Nils Daniel Peiler, 1988 in Saarbrücken geboren, ist ab 1. März Leiter des Saarbrücker Filmhauses. Foto:  Jessica Rhodes

Seine Wahl könnte durchaus ein Glücksgriff sein. Ab diesem Freitag ist Nils Daniel Peiler neuer Leiter des Saarbrücker Filmhauses und damit Nachfolger von Christel Drawer, ehemals Leiterin des Ophüls-Festivals, die das Kino zuletzt leitete und jetzt in Ruhestand geht. Der promovierte Filmwissenschaftler Peiler kommt nach einigen Jahren als Kurator der Kinemathek Hamburg jetzt in seine Geburtsstadt Saarbrücken zurück – und ins Filmhaus, „wo ich als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener regelmäßig Zuschauer war“, wie er sagt. „Für mich schließt sich gewissermaßen ein Kreis.“​ Saarbrückens Kulturdezernentin Sabine Dengel zeigt sich „sehr froh darüber, dass wir aus einer Vielzahl qualifizierter Bewerbungen jemanden mit großer Expertise auswählen konnten, der darüber hinaus bestens mit der Kinolandschaft Saarbrückens vertraut ist“.​

Promotion über Kubricks „2001“​

Beides ist nicht übertrieben. Peiler studierte Germanistik und Bildwissenschaften der Künste an der Universität Saarbrücken sowie Film- und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt, der Sorbonne Nouvelle in Paris und der Universität Amsterdam. Promoviert hat er mit einer Arbeit über die Rezeptionsgeschichte von Stanley Kubricks Science-Fiction-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ – Peiler war auch einer Kuratoren der exzellenten 2018er-Ausstellung über Kubrick und „2001“ im Deutschen Filmmuseum Frankfurt.​

Ohne cineastische Scheuklappen​

In Saarbrücken hat Peiler, der auch als Lehrbeauftragter gearbeitet hat, Vorträge über Kino hält und journalistisch über Film schreibt, einige denkwürdige Veranstaltungen und Reihen im Kino Achteinhalb organisiert, die ihn als Person ohne cineastische Scheuklappen ausweisen. 2013 organisierte er eine Werkschau über Regisseur Stanley Donen („Singing in the Rain“) und eine viel beachtete komplette Retrospektive zu Filmemacher Wes Anderson („Grand Budapest Hotel“). 2014 zeigte er eine Reihe mit Filmen mit Louis de Funès, 2017 das Gesamtwerk von Jacques Tati – alles begleitet mit Einführungen und Diskussionen. 2018 wagte er im Achteinhalb ein gelungenes Experiment: Er zeigte Kubricks „2001“, kommentierte und erklärte den Film dabei. Im selben Jahr kam er zurück ins Achteinhalb und brachte den Komponisten Christian Bruhn mit, der dort am Klavier unter anderem seine Melodien zu „Wickie“ und „Timm Thaler“ spielte.​

Arbeit im Metropol Kino​

Zu dieser Zeit arbeitete Peiler schon für die Kinemathek Hamburg und deren Metropolis Kino – dort kuratierte er jüngst eine Horst-Buchholz-Reihe, auch gab es zuletzt Veranstaltungen mit Armin Mueller-Stahl und dem Musiker Irmin Schmidt (Can). Von Peiler kann man nun im Filmhaus  einiges erwarten. In diesem „attraktiven Ort mit herausragender Geschichte“ sieht er „großes Potential“.
(Interview folgt)

Die jüngste Rettung des Saarbrücker Filmhauses

Filmhaus Saarbrücken

Das immer wieder bedrohte Saarbrücker Filmhaus ist vorerst gerettet – wenn auch nicht in alter Form. Nach dem Plan von Saarbrückens Kulturdezernent Thomas Brück (Grüne) wird das Amt für kommunale Filmarbeit aufgelöst und der momentane Leiter Michael Jurich ins Stadtarchiv vesetzt. Um den Kinobetrieb im großen Saal kümmern sich Camera-Zwo-Leiter Michael Krane und auch Christel Drawer, ehemalige Leiterin des Ophüls-Filmfestivals.
(Am Ende des Textes, hinter den Bildern, sind die Pressemitteilungen/Reaktionen der Stadtratsfraktionen zu finden).

 

Diskutiert und spekuliert wurde seit Monaten: Wird das Saarbrücker Filmhaus, bedroht von stetig sinkenden Besucherzahlen, seinen Standort in der Mainzer Straße aufgeben und sich in der Camera Zwo einmieten, um dort sein Kunstfilmprogramm zu zeigen? Oder wird es eine Fusion mit dem Kino Achteinhalb geben? Oder übernimmt gar eine private Initiative das Haus und baut es in einen Kulturort um?

Nichts davon. Thomas Brück (Grüne), Kulturdezernent Saarbrückens, legt nun dem Kulturausschuss und danach dem Stadtrat einen Verwaltungsvorschlag vor, der das Filmhaus an seinem Standort in der Mainzer Straße rettet – wenn auch nur noch mit einem Kinosaal, unter anderer Leitung und in anderer Struktur: Die personalintensive und damit teure Konstruktion „Amt für kommunale Filmarbeit“ wird aufgelöst, Kino- und Amtsleiter Michael Jurich, seit 2010 im Filmhaus und zuletzt wegen sinkender Zahlen und spärlicher Kino-Außenwirkung kritisiert, wird ins Stadtarchiv versetzt und mit „audiovisueller Archivarbeit“ betraut, wie Brück sagt. Zwei Verwaltungsstellen im Filmhaus werden innerhalb der Stadt verschoben, für einen technischen Mitarbeiter „zeichnet sich eine Lösung ab“, sagt Brück, zwei Mitarbeiter werden im Kino weiterbeschäftigt. Das Filmamt selbst wird von einem „Sachgebiet Film und Wissenschaft“ abgelöst, das von Christel Drawer im Filmhaus betreut wird, im Kulturamt angesiedelt ist und, das darf man vermuten, weniger kostet. Brück hofft jedenfalls durch die Amtsauflösung auf eine „erhebliche Einsparsumme“. Genaueres will er derzeit nicht beziffern.

Camera Zwo-Leiter kommt

Das Programm des Filmhauses wird anstelle des versetzten Jurichs künftig Camera-Zwo-Leiter Michael Krane verantworten, in Absprache mit Drawer. Geplant ist der Wechsel für April oder Mai. Wie funktioniert die Leitung des städtischen Filmhauses durch den privaten Kinomacher Krane? Die Stadt schließt einen Dienstleistervertrag mit Krane, der für die gesamte Verwaltung des Kinobetriebs verantwortlich ist, erklärt Brück, darunter das Zusammenstellen des Programms, das Bestellen der Filme und die Abrechnungen. Krane erhält davon als Kostenpauschale von der Stadt eine feste Summe – plus die Einnahmen durch die Karten im Kinosaal. Das sieht Brück durchaus als Anreiz für Krane, die Zuschauerzahlen im Filmhaus zu steigern – auch wenn er ausdrücklich angehalten ist, Anspruchsvolles zu zeigen. Falls Krane allerdings die Quadratur des Kreises gelingen sollte (volle Kinokasse mit Filmkunst), müsse man nicht befürchten, dass die Stadt dabei langfristig leer ausgeht, sagt Brück. „Wir werden mit diesem Konstrukt jetzt einmal ein Jahr arbeiten, dann einen Kassensturz machen und eventuell an der einen oder anderen Schraube justieren.“ Ausgelegt ist der Vertrag zwischen der Stadt und Michael Krane auf fünf Jahre. Das verspricht ebenso eine Langfristigkeit wie die Investition der Stadt und der Hausbesitzer in die Installation eines Aufzugs, der das Filmhaus dann endlich barrierefrei macht. Nach vielen Verschiebungen verspricht Brück, dass man „mit dem Vermieter in intensivem Kontakt“ stehe, „wir sind in der Umsetzung“.

„Schauplatz“ ohne Kino

Der „Schauplatz“, der kleine Kinoraum im Erdgeschoss, wird nicht mehr als Kino genutzt, die Bestuhlung wird herausgenommen, hier sollen zukünftig Lesungen, Kleinkunst, Konzerte stattfinden – Brück hat als mögliche Veranstalter etwa die „Baker Street“ in der Mainzer Straße im Auge oder das Leidinger, „die Stadt selbst wird kein Programm anbieten“. Auch die Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) soll eingebunden werden, laut Brück laufen Gespräche mit Professorin Gabriele Langendorf und mit Soenke Zehle, dem Leiter des HBK-Instituts K8. „Die stehen bereit und gehen da mit rein“, sagt Brück, etwa um neue digitale Techniken zu zeigen; das Bildungsministerium werde das Ganze finanziell unterstützen. Auch das Ophüls-Festival soll übers Jahr „deutlich präsenter“ sein, mit Vorführungen, Regisseursbesuchen und Ähnlichem. Die von Christel Drawer seit Jahren betreuten „Wissenschaftsreihen“ mit Ringvorlesungen der Stadt ziehen nun vom Rathausfestsaal ins Filmhaus (ohne den 20-Uhr-Kinobetrieb zu stören) – mit einem oft dreistelligen Stammpublikum. Das, so hofft Brück, könnte auf die Idee kommen, „hier mal wieder ins Kino zu gehen“.

Was bleibt, was ändert sich?

Was hat nun Krane vor, der erfahrene Kinomacher, der betont, dass er als neuer Verwalter des Filmhauses erst ins Boot kam, als klar war, dass das Amt aufgelöst und Jurich versetzt werden würde? Ersteinmal Konstanz: Spezielle Reihen wie Seniorenkino laufen weiter, der Ticketpreis, zurzeit 6,30 Euro, wird unter dem der anderen Kinos in Saarbrücken bleiben. Was es nicht geben wird, und das hat fast eine symbolische Bedeutung, ist eine Popcornmaschine. „Das passt nicht ins Filmhaus.“ Dessen Programm, das ist die klare Forderung der Stadt, soll anspruchsvoll bleiben. „Weniger mainstreamig als die Camera Zwo“, sagt Krane, der Jurichs Programme als „aus cineastischer Sicht sehr gut“ lobt. Filme im Orginal will Krane weiterhin anbieten, aber „nachfragegerecht“ (also seltener).

Ein festes Monatsprogramm wird es nicht mehr geben, „sonst muss man sechs bis acht Wochen vorher entscheiden, was gespielt wird – das ist viel zu unflexibel“. Das Programmheft des Filmhauses wird mit dem Heft der Camera Zwo zusammengefasst; das schaffe Übersichtlichkeit und könne helfen, dass sich das Publikum gegenseitig befruchtet, wie Krane hofft. Karten fürs Filmhaus wird man bald auch in der Camera Zwo kaufen können.

Das Ganze bleibt für Krane ein „stückweit Experimentierfeld. Ich soll den Anspruch erhalten, aber mehr Besucher anziehen – das wird ein Balance-Akt.“ Seine Ideen macht er am Beispiel von „La La Land“ deutlich, dem sicheren Arthouse-Hit dieses Frühjahrs (siehe Text rechts). Den würde er im Filmhaus nie als Hauptprogramm spielen, weil er zu kommerziell ist und nicht in ein kommunales Kino passt – aber er würde ihn dort immerhin zwei, drei Mal im Original mit Untertiteln zu spielen (während die Synchronisation in der Camera Zwo läuft). So könnte man dieses Publikum rüber ins Filmhaus ziehen. Generell sagt Krane: „Steigende Zahlen kann ich nicht garantieren. Aber dass das Programm anspruchsvoll bleibt, schon.“

 

Filmhaus Saarbrücken Filmhaus Saarbrücken Filmhaus Saarbrücken

 

Und hier die Reaktionen/Pressemitteilungen der Saarbrücker Stadtratsfraktionen (ungekürzt, unbearbeitet und in der Reihenfolge, in der sie am 10. Januar eingegangen sind. (Die Mitteilung der FDP stammt vom 13. Januar).

 

SPD

„Wir unterstützen das neue Konzept für den Erhalt des Saarbrücker Filmhauses, das uns Kulturdezernent Brück vorgestellt hat“, so die SPD-Kulturpolitikerin Josephine Ortleb. „Es ist sehr wichtig, dass unser Filmhaus nun aus seinem Dornröschenschlaf geweckt wird. Dafür haben wir uns seit Jahren politisch eingesetzt. Die Verwaltung hat zusammen mit ihren Kooperationspartnern einen stimmigen Plan entwickelt.
Ich bin sehr froh darüber, dass der angestammte Standort in der Mainzer Straße erhalten bleibt und barrierefrei ausgebaut wird. Ziel ist es, den Ort nun neu zu beleben und das Filmhaus auch wieder stärker in die Nachbarschaft einzubringen. Michael Krane, der seit langem mit dem Filmhaus verbunden ist, hat in der Camera Zwo gezeigt, dass er ein gutes Händchen fürs Programm hat. Die Einbeziehung der Kontaktstelle Wissenschaft unter der Leitung von Christel Drawer macht Sinn. Städtische Filmkultur und die Wissenschafts- und Hochschulszene haben interessante Schnittmengen und können sich gegenseitig bereichern. Wichtig war uns auch, dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anschlussbeschäftigungen in der Verwaltung gefunden werden.
Kommunales Kino ist ein wichtiges Kulturangebot für die Bürgerinnen und Bürger. Wir werden die weitere Konkretisierung des Konzepts und der vertraglichen Regelungen nun genau prüfen und das Projekt intensiv im Rat begleiten“, so Ortleb abschließend.

Die Linke

Die Linksfraktion im Saarbrücker Rathaus äußert sich verwundert über die Vorgehensweise bezüglich der Sanierung des Filmhauses. Lothar Schnitzler, kulturpolitischer Sprecher: „Natürlich ist es die Aufgabe des zuständigen Dezernenten, den politisch Verantwortlichen Vorschläge zu unterbreiten, wie er sich die Zukunft des Filmhauses vorstellt. Mit diesen Vorschlägen kann man arbeiten. Sie werden in den Fraktionen beraten und in der Koalition abgestimmt, danach in den Gremien und im Stadtrat beschlossen und dann auch der Öffentlichkeit verkündet. Hier allerdings wurde den Medien bereits ein Konzept verkauft, bevor in den Fraktionen oder in der Koalition darüber diskutiert werden konnte. Eine politische Abstimmung darüber ist noch nicht erfolgt.“
Positiv sei zu bewerten, so Schnitzler, dass sich die Verwaltung intensiv mit einem Rettungskonzept für das Filmhaus beschäftige. Es sei aber nicht hinzunehmen, dass die Stadtverordneten vor vollendete Tatsachen gestellt würden und in der Öffentlichkeit so getan würde, als sei bereits alles in trockenen Tüchern. Insbesondere in der Absicht, die Führung des Filmhauses in Privathand zu geben und das zuständige Stadtamt abzuschaffen, stoße in der Linksfraktion auf Unverständnis, nachdem die Koalition gerade erst im Dezember einen gültigen Stadtratsbeschluss zum Erhalt aller kommunalen Einrichtungen und der damit verbundenen Arbeitsplätze herbeigeführt hatte.
„Eine Privatisierung oder Teilprivatisierung des Filmhauses mit all den damit verbundenen Unwägbarkeiten ist mit der LINKEN nicht zu machen. Wir können gerne über alle möglichen Konzepte diskutieren, die einen Erhalt des Standortes Filmhaus vorsehen und die Verantwortlichkeit bei der Kommune belassen. Unerlässlich ist aber in jedem Fall, dass darüber zunächst einmal intern beraten wird, bevor der Öffentlichkeit ein fertiges – aber nicht abgestimmtes – Konzept präsentiert wird“, so Schnitzler abschließend.

 

GRÜNE

Die Grünen im Stadtrat befürworten das neue Konzept für das Filmhaus. Das vorgestellte Ergebnis ist ein Schritt in die richtige Richtung mit dem Ziel, das Filmhaus neu zu beleben und auch wieder stärker in die Kulturszene einzubringen.
“Für unsere Fraktion war es wichtig, dass der angestammte Standort in der Mainzer Straße erhalten bleibt und barrierefrei ausgebaut wird.  Darauf haben wir in den letzten Monaten versucht hinzuwirken. Das von Kulturdezernent Brück vorgestellte Konzept für den Erhalt des Saarbrücker Filmhauses hat deshalb unsere Unterstützung. Wir erkennen mit dem vorgelegten Ideen erstmals ein wirklich durchführbares, finanzierbares und sinnvolles Konzept, das eine echte Erneuerung bietet”, erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Britta Planz.
Mit den neuen Verantwortlichen, Christel Drawer und Michael Krane, sind zwei sehr erfahrene Persönlichkeiten berufen worden, die mit viel Leidenschaft an der Umstrukturierung und Neuausrichtung des Filmhauses arbeiten werden.
“Die Bedürfnisse und Interessen der Menschen haben sich gewandelt, darauf müssen auch kommunale Einrichtungen reagieren, wenn sie nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken wollen. Denn damit gehen sinkende Besucherzahlen und somit steigende Kosten für die Stadt einher. Das neue Konzept, das die „Wissenschaftsreihen“, den Film und die Hochschulen miteinander verknüpft, bietet für die Bürger von Saarbrücken eine interessante Kombination, die dazu in der bisherigen Umgebung des Filmhaus stattfindet. Mit der verstärkten Einbindung des Festivals „Max Ophüls Preis“ bietet sich zudem die Gelegenheit, die jeweils letzten Siegerfilme zu zeigen und somit das Festival auch über das ganze Jahr präsent zu halten”, so Britta Planz weiter.
Zur Neuausrichtung des Filmhauses sollte auch eine Neugestaltung des Hauses selbst gehören. Die stark in die Jahre gekommene Immobilie braucht nach Ansicht der Grünen dringend einige äußerliche Überarbeitungen, in welche man dann auch die Barrierefreiheit miteinbeziehen muss. Die Fraktion der Grünen begrüßt in diesem Punkt eine Zusammenarbeit der Stadt und des neuen Vermieters.
“Von einer Aufwertung der Immobilie würden alle Beteiligten profitieren.  Bei aller Liebe zur Kultur und dem Kino sind unsere Mitmenschen unser wichtigstes Gut. Daher bietet diese Lösung, bei dem kein Mitarbeiter des Kinos entlassen wird, sondern innerhalb der Stadt andere Aufgaben findet, damit einen zusätzlichen Pluspunkt”, so Planz abschließend.

 

CDU

„Die CDU-Fraktion im Saarbrücker Stadtrat begrüßt das neue Konzept, mit dem die Zukunft des  kommunalen Kinos ‚Filmhaus‘ gesichert werden soll“, so Elke Masurek, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion. Dieses Konzept gehe nach Ansicht der CDU-Fraktion maßgeblich auf die Ideen einer Initiative zur Rettung des Filmhauses zurück. Bei genauem Hinsehen erkenne man viele Anregungen der Initiative hier wieder.
„Von den politisch Verantwortlichen, insbesondere von Kulturdezernent Brück, kam in der Angelegenheit Filmhaus lange Zeit nichts außer der Kenntnisnahme der schwindenden Zuschauerzahlen. Dabei besteht die brisante Situation des Filmhauses schon seit einigen Jahren, die Stadtverwaltung hat dem viel zu lange tatenlos zugeschaut und war zudem noch beratungsresistent“, kritisiert Elke Masurek. Die CDU-Fraktion hatte in den letzten Jahren immer wieder mehr Kooperationen gefordert, von daher sei die Zusammenarbeit mit dem Kino „camera zwo“ sehr zu begrüßen, ebenso wie die künftig geplanten Wissenschaftsreihen mit Ringvorlesungen im Filmhaus.
„Wir versprechen uns von der neuen Struktur frischen Wind und Aufschwung für das Filmhaus. Die Stadtverwaltung muss jetzt aber schnellstmöglich die neuen Zahlen auf den Tisch legen, damit klar ist, was das neue Modell kostet“, fordert Elke Masurek.
Mit dem neuen Filmhaus-Konzept sei jetzt auch der Zeitpunkt gekommen, andere, neue Schwerpunkte zu setzen, damit sich die Stadt trotz der schwierigen Haushaltslage im Kulturbereich zeitgemäß und mit innovativen Ideen aufstellen könne. Um ein breites Kulturangebot zu erhalten und neue Potenziale zu erschließen, bedürfe es daher eines geschlossenen Konzeptes, das auch neue Finanzierungsmöglichkeiten berücksichtige. „Deshalb wird die CDU-Fraktion im Kulturausschuss in der nächsten Woche den Kulturdezernenten Brück erneut auffordern, endlich einen Kulturentwicklungsplan für die Landeshauptstadt Saarbrücken zu erstellen und dem Kulturausschuss vorzulegen“, kündigt Elke Masurek abschließend an.

 

FDP

Reformen zum Filmhaus können fehlendes städtisches Engagement Kulturszene nicht verdecken

Saarbrücken, den 13.01.2017 – Zwar begrüßt die FDP-Fraktion im Saarbrücker Stadtrat die ersten nun bekannt gewordenen Ideen zur Reform des Filmhauses, jedoch bleiben nach Ansicht der Freien Demokraten eine Reihe von Fragen unbeantwortet. „Weder zur konkreten Umsetzung, noch zu den Einsparungen, in welcher Höhe beim Filmhaus künftig gespart wird, gibt es bislang konkrete Angaben“ so Karsten Krämer, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Außerdem müsse dringend diskutiert werden, ob die beim Filmhaus erbrachten Einsparungen nicht im Kulturetat der Landeshauptstadt enthalten bleiben.

„Die Freien Demokraten begrüßen, dass es nach anderthalb Jahren Stillstand unter dem Kulturdezernenten Brück nun doch noch ernsthafte Reformen im Filmhaus angegangen werden“ so Krämer weiter. Jedoch sehe das neue Konzept vor, das Filmhaus von einem kommunalen Kino zu einem Kulturzentrum mit einem angeschlossenen Kino umzuwandeln. Zwar sei dies eine spannende Idee, da so neue programmatische Ansätze umgesetzt und zusätzliche Räume für bildende Künstler und die Kulturschaffenden geschaffen werden können, hinter der Intention der städtischen Verwaltung stehe jedoch ein großes Fragezeichen. „Alles deutet darauf hin, dass die LHS nicht zur Umsetzung einer interessanten und nachhaltigen Kulturvision tätig wird, sondern zur Sanierung des städtischen Haushalts auf Kosten der Kultur! Dies widerspricht den wiederholten Beteuerungen der Oberbürgermeisterin Britz und der Ratsmehrheit aus SPD, Linken und Grünen, bei der Kultur nicht sparen zu wollen“ so Krämer. Durch die immer stärker betonten finanziellen Argumenten und durch einen künstlich aufgebauten Handlungsdruck wolle die Verwaltung eine transparente Diskussion über die städtische Kulturentwicklung und deren Umsetzung in der Mainzer Straße offensichtlich unterbinden.

Außerdem müsse der zuständige Dezernent die offenen Fragen zur Vergabe der Räume an Private, zur Vergabe des Dienstleistungsvertrags, und zur Umsetzung des Personals unverzüglich beantworten. „Ebenso unklar ist, wie die stärkere Zusammenarbeit zwischen der LHS und den Hochschulen im organisatorischen Rahmen eines Hauses der Wissenschaft ohne zusätzliche Personal- und Sachkosten realisiert werden soll, oder, ob die Festival Max Ophüls Preis gGmbH die zusätzlichen Mittel für die Nutzung der zusätzlichen Büroräume ohne erhöhten Zuschuss stemmen könnte“ mahnt Krämer. Außerdem könne auch künftig nicht auf Mittel für eine angemessene Öffentlichkeitsarbeit verzichtet werden. „Hierbei könnte der Kakadu mit einem neuen Auftritt eine Option sein, um sowohl das Agieren der LHS im allgemeinen, die neuen Programme des innerstädtischen Kulturzentrums und das gesamte Schaffen der Saarbrücker Kulturschaffenden einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die kommenden Wochen werden bei all diesen offenen Fragen zeigen, wie wichtig der Verwaltung und dem rot-rot-grünen Bündnis die Kulturentwicklung in Saarbrücken ist“ so Krämer abschließend.

 

 

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