KINOBLOG

Film und dieses & jenes, von Tobias Kessler

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So viele Frauen, so viele Fragen: „Death of a Ladies‘ Man“ von Matt Bissonette

Death of a ladies' Man Gabriel Byrne Brian Gleeson

O’Shea (Gabriel Byrne, rechts) und sein Vater (Brian Gleeson), der eigentlich schon seit Jahren tot ist. Foto: Jonathon Cliff / MFA

 

Man darf eben seinen Geldbeutel nicht zuhause vergessen. Als Samuel O’Shea auf dem Weg zum Flughafen nochmal in seiner Wohnung in Montreal vorbeischaut, ist der gerade praktizierte Ehebruch seiner Gattin im ersten Stock nicht zu überhören. Sein männliches Ego ist schwer getroffen, zumal der Liebhaber seiner Frau so jung ist wie sie, anders als der Poetik-Dozent, der die 60 schon überschritten hat. Die Gewissheit, dass er seine Frau öfter betrogen hat als sie ihn, kann er zwar nicht abstreiten; aber lieber ertränkt er die Schmach in Alkohol, badet in Selbstmitleid und wirft in einer Bar schon ein Auge auf eine andere Frau. Dass sein Sohn ihm erstmals mitteilt, dass er homosexuell ist, interessiert ihn da nur am Rande.

„Death of a Ladies‘ Man“, eine berührende und immer wieder witzige Tragikomödie, begleitet diesen Mann im letzten Abschnitt seines Lebens. Als O’Shea im Eishockeystadion seinem Sohn beim Profi-Spiel zuschaut – eine wunderbare Szene –, erklingt statt der kanadischen Nationalhymne ein Lied von Leonard Cohen; und die Spieler drehen tänzerische Pirouetten. Halluziniert er wegen seines konstant hohen Alkoholspiegels? Nein, sagt ihm seine Ärztin, mit der er sich sofort verabreden will. Der Dozent leidet an einem inoperablen Gehirntumor – was auch die überraschenden Besuche von dessen Vater erklären könnte, der doch schon seit Jahrzehnten tot.

Death of a Ladies' Man

O’Shea (Gabriel Byrne) lässt den gut abgehangenen Charme spielen. Foto: Jonathon Cliff / MFA

Realität und Halluzinationen fließen in dem Film des Kanadiers Matt Bissonette immer wieder ineinander, thematisch begleitet von der Musik des Landsmanns Leonard Cohen – manchmal als textlicher Kommentar im Hintergrund, mal szenisch wie in einem Musical. Höchstens ein Jahr zu leben bleiben dem Dozenten noch. Und so zieht er sich – nach der Erscheinung feuerspeiender Enten und dem Rat eines Engels am Montrealer Nachthimmel – in seine alte Heimat Irland zurück, wo er eine äußerst fotogene Hütte mit Meerblick besitzt. Dort will er über Leben und Tod nachdenken, dabei einen großen Roman schreiben. Und wie es das Schicksal scheinbar will, lernt er im Lebensmittelladen des Ortes eine attraktive Frau kennen: wieder mal halb so alt wie er, attraktiv, ledig – und Leonard Cohens Buch „Beautiful Losers“ liest sie auch noch. Ist das zu schön, um wahr zu sein? Abwarten.

Männerfantasie

Um Rückschau geht es in diesem Film, um verpasste Chancen, um das, was man zurücklässt – und nicht zuletzt um Männlichkeitsbilder. Ist O’Shea nun ein charmanter „Schwerenöter“, wie er sich selbst im Film nennt (in der Originalfassung „Operator“)? Oder doch eher ein Mann, den sein Penis durchs Leben führt, ein serieller Fremdgeher ohne Rücksicht auf emotionale Verluste? Das hält der Film in der Schwebe. Er bedient durchaus eine Männerfantasie des „Charmeurs“, dem niemand allzu lange böse sein kann, des auch künstlerisch potenten Bonvivants vor allem in der Irland-Passage; zugleich karikiert er diesen Mann, der als Vater meist versagt hat, als Ehemann auch, und jetzt nach so etwas wie einer letzten Läuterung sucht. Die gönnt man ihm gerne – auch wenn der Film in seinem letzten Drittel dann etwas viel hineinpackt und den souveränen Fluss der ersten Stunde zu verlieren droht.

Balz in der Tweed-Jacke

Schauspieler Gabriel Byrne ist das Zentrum des Films, er ist in fast jeder Szene zu sehen – und eine Freude. Er strahlt den notwendigen Charme aus, um nachvollziehbar zu machen, warum seiner Figur niemand lebenslang böse sein kann – zugleich ist er oft auch ein tragischer Gernegroß, der viel Zeit seines Lebens mit Alkohol vertan hat und mit akademisch getöntem Macho-Gehabe: Balz in der Tweed-Jacke. Die Dialoge O’Sheas mit seinem toten Vater (Brian Gleeson) sind ein Vergnügen und ein Herzstück des Films – mit wehmütigen und auch witzigen Gesprächen über Verluste und den Sinn des Lebens, der eben schwer zu fassen ist. Was den angeht, ist der Wissensvorsprung des jenseitserfahrenen Vaters jedenfalls gering. Da habe Hamlets Vater, der seinem Sohn ja auch erschien, doch viel mehr zu erzählen gehabt, beklagt sich O’Shea. Aber zu wissen, dass man letztlich nichts weiß, ist auch schon viel.

Das Böse im Untergeschoss: „Im Nachtlicht“ von Misha L. Kreuz

Im Nachtlicht Diana Maria Frank

Diana Maria Frank als geplagte Minthe Hellheim. Foto: RealFiction

 

Gruselfilm, phantastischer Film, Horrorfilm. Wie immer man das Genre auch nennen mag – deutsche Produktionen haben es im Kino schwer, sind selten und werden oft unabhängig auf den Weg gebracht, mangels Interesse großer Produktionsfirmen oder Verleihe. „Im Nachtlicht“ ist nun einer dieser seltenen neuen deutschen Horrorfilme. Geschrieben und inszeniert von Kino-Debütant Misha L. Kreuz, erzählt der Film eine düstere Geschichte: Eine junge Frau (Diana Maria Frank), angeschlagen von Depressionen, verliert am selben Tag Aushilfsjob und Aushilfswohnung. Rettung in der Not ergibt sich bei einem Gespräch in der Arbeitsagentur. In ihrer Heimatstadt Hellheim, die genau so heißt wie die junge Frau, soll sie, dank ihrer Kenntnisse der Schreinerei und der Architektur, eine historische Mühle restaurieren.

Minthe Hellheim bricht in die alte Heimat auf, mit der sie einige Traumata verbindet, und richtet sich in dem Gebäude ein, das im Wald liegt, aber nicht menschenleer ist. Eine Frau mit dem sinnig sprechenden Namen Goost wuselt um die Mühle herum und geht immer wieder in den dortigen Keller, in dem sich etwas Schreckliches verbirgt: Nicht jeder Besucher kommt aus dem Gemäuer zurück. Zugleich gibt es im Ort einen Mord per Armbrust. Was geht vor in dem Ort, dessen Name Hellheim mehr oder weniger subtil auch eine Spur in Richtung Hölle legt?

Potenzial wird vergeben

Eine altes Gemäuer, mysteriöse Vorgänge, ein Panoptikum der bizarren Charaktere und etwas Monströses im Keller – „Im Nachtlicht“ hat Material genug für gediegenen Grusel. Doch der Film vergibt einiges Potenzial, da er bisweilen handwerklich unbeholfen ist: Etwa wenn die Biografie der Hauptfigur (unbekannte Eltern, Heimaufenthalte, Depressionen) in einer Szene beim Arbeitsamt wenig elegant transportiert wird. Auch die Besetzung der Nebenrollen ist nicht immer gelungen, da wirkt manches laienhaft – wobei die Profis, darunter Diana Maria Frank als geplagte Minthe und David Rott (Ophüls-Nachwuchspreisträger 2003 für „Ganz und gar“) als öliger Bankdirektor, sehenswert sind.

Gelungen ist die Atmosphäre, vor allem im Ort Hellheim selbst – hier steht die Luft in der Provinz, und das Böse dominiert. Dieses Böse ist durchweg männlich, in Form eines finsteren Anwalts, des öligen Bankers, eines homophoben Polizisten und eines Mannes, dessen erste Szene aus dem Würgen einer Frau und dem Satz „Du Scheißhure, ich bring Dich um“ besteht. Einzige Lichtgestalt abseits dieser düsteren Männerwelt ist ein sensibler Polizist mit eigenen Problemen, der aus dem Film allerdings mit einer recht abenteuerlichen Drehbuchkonstruktion herauskatapultiert wird. Subtil will „Im Nachtlicht“ da wohl nicht sein, eher satirisch zugespitzt. Doch die Übergänge zwischen Horror-Ernst und etwas Genre-Satire sind oft abrupt, es holpert in der Dramaturgie. Ob einem das nun die Freude an einem ambitionierten, unabhängig produzierten deutschen Grusel-Versuch vergällt oder nicht, wird Geschmackssache sein.

REALFICTIONFILME – Im Nachtlicht

Nordsee ist Mordsee: „The North Sea“ von John Andreas Andersen

The North Sea Koch Films

Im Katastrophenmodus auf der Bohrinsel, von links: Stian (Henrik Bjelland), Sofia (Kristine Kujath Thorp) und Arthur (Rolf Kristian Larsen). Fotos: Koch Films

 

Ach ja, die guten alten Klischees des Katastrophenfilms: Namenlose Statisten, die von Erdspalten verschluckt, von Lava oder kollabierenden Hochhäusern begraben werden. Nebenfiguren, die sich nicht selten heroisch opfern für die Hauptfiguren; die wiederum kommen immer wieder um Haaresbreite mit dem Leben davon und finden nebenbei noch die Zeit, Beziehungs- oder Familienprobleme zu lösen. Und sollte ein fluffiger Hund mitspielen, keine Sorge, wird der alles überleben.

Nun ist es nicht so, dass der norwegische Film „The North Sea“ solche beliebten Klischees gegen den Strich bürstet – im Großen und Ganzen köchelt er gemäß bewährter Genre-Rezepte. Aber alles wirkt hier ein wenig bodenständiger, weniger irreal als etwa vergleichbare US-Filme, die ihre Zerstörungs-Orgien mitunter ins Absurde steigern, wenn Helden jeden Wahrscheinlichkeiten und physikalischen Gesetzen trotzen, um ihre Lieben zu retten.

Seine Hauptfiguren stellt Regisseur John Andreas Andersen sehr ökonomisch vor, denn ihm bleiben nur zehn Filmminuten bis zum ersten Rumms: Die Kollegen Sofia und Arthur sind Spezialisten, die mit ihrem kleinen unbemannten Unterseeboot die Unterwasseranlagen von Bohrinseln kontrollieren. Als sie von einem Öl-Konzern angefragt werden und sofort eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben müssen, ahnen sie Schlimmes. Eine Bohrinsel ist innerhalb von zwei Minuten gesunken, nun sollen sie mit ihrem Apparat Menschen suchen, die in der Anlage auf dem Meeresgrund möglicherweise in Luftblasen überlebt haben.

 

Da gelingen dem Film atmosphärische, gespenstische Szenen, wenn das Kameraauge seine Kreise durch die gefluteten Räume zieht und ihm Ertrunkene entgegen schweben wie Geister. Die Rettung eines Überlebenden misslingt wegen einer Gasexplosion, aber es kommt noch schlimmer. Die massiven Bohrungen durch hunderte von künstlichen Inseln haben den Meeresboden der Nordsee instabil werden lassen, es droht eine weitere Katastrophe. Regierung und Krisenstab handeln schnell, alle Bohrinseln werden evakuiert, bevor viele von ihnen in einem sich auftuenden gigantischen Wasserstrudel versinken – auch ein Tanker, dem seine Aufschrift „Safety First“ nichts mehr nutzt.

Nur eine Person wird noch auf einer Bohrinsel vermisst: Stian, der Freund der U-Bootspezialistin – ein konstruierter Drehbuchkniff, den der Film dem Zuschauer dennoch ziemlich glaubhaft nahebringt. Sofia macht sich mit dem Kollegen Artur unerlaubt auf zur Bohrinsel, um den Liebsten zu retten, während das Meer um sie herum zu einem dunklen Ölteppich wird.

Sicher – dieser Rettungsversuch folgt gut geölter Spannungsmechanik: Das Trio rettet sich von einer schlimmen Situation in die nächste, die dann noch ein wenig schlimmer ist. Und warum der internationale Titel des Films nicht „The North Sea“ ist, sondern „The Burning Sea“, erfährt man auch noch – unter anderem durch apokalyptische Bilder. Doch das Trio übersteht die einzelnen Situationen nicht durch heroische Genialität, sondern schlicht durch Kompetenz und Professionalismus. Die Darsteller dabei sind exzellent, besonders Kristine Kujath Thorp als Sofia, Herz und Hauptfigur des Films. Es geht hier letztlich mehr um Personen als um computergenerierte Bilder der Verwüstung. Dem Film gelingt es auch, die gigantischen Dimensionen einer Bohrinsel nachvollziehbar zu machen, mit viel Stahl, Technik, labyrinthischen Gängen, unendlich viel Wasser rundum und ständiger Gefahr.

Eine gewisse Ökobotschaft liefert der Film dabei mit, wie gefährlich für die Natur das Ölgeschäft sein kann. Das ist nichts Neues, aber der Film tut auch nicht so, als wäre es das. Der Öl-Konzern und die Regierung sind nicht per se ein böser Kapitalismus-Polit-Komplex, sondern eher eine Truppe, die die verschiedenen Risiken abwägt: für die Menschen, für die Natur, für die Energieversorgung – und vielleicht auch für die nächste Wahl. Dass der Film da differenziert vorgeht und Figuren wie den Krisenmanager des Konzerns durchaus ambivalent anlegt, macht den Film interessant. Schön findet Bohrinseln ja niemand, selbst ihr Personal nicht, aber das Öl können wir ja gut gebrauchen.

 

Erschienen digital, auf DVD und Bluray bei: Koch Films.
Extras: Trailer

Hitchcock, der große Selbst-Inszenierer: „Er hat jedes Spielchen gerne mitgespielt“.

Hitchcock wurde nicht nur zur Marke, sondern zur Briefmarke.  Foto: USPS

 

Alfred Hitchcock (1899-1980) war nicht nur ein Großmeister der Spannung mit Filmen wie „Psycho“, „Der unsichtbare Dritte“, „Die Vögel“ und „Das Fenster zum Hof“. Sondern auch ein begnadeter Selbstdarsteller, der sich zur Marke machte. Eine exzellente Luxemburger Ausstellung widmet sich Hitchcocks Eigen-Inszenierung – wir haben mit dem Kurator und Sammler Paul Lesch gesprochen, zugleich Leiter des „Centre national de l’audiovisuel“ (CNA) in Luxemburg.

 

Herr Lesch, Ihre Ausstellung „Hitchcock. The Brand“ zeichnet nach, wie Alfred Hitchcock sich selbst zu einer wiedererkennbaren Marke gemacht hat. Wann hat er damit begonnen?

LESCH Das war schon Ende der 1920er seine Strategie. Er wusste, dass er für die Freiheit, die Filme zu machen, die er machen will, vom großen Publikum wahrgenommen werden muss. So hat er sich früh um sein eigenes Marketing gekümmert. In den 1930ern hieß es schon „ein Film von Alfred Hitchcock“ und nicht nur „Regie von Alfred Hitchcock“. Als er nach Hollywood ging, hat er das verstärkt: Da gab es Fotos von ihm auf Anzeigen und Filmplakaten, was es bei keinem anderen Filmemacher gab. Zu dieser Strategie gehören auch seine Kurzauftritte in den eigenen Filmen, immerhin 37 Mal bei 55 Filmen. Das ist ein Spiel mit dem Zuschauer, der Hitchcock suchen muss, und ein glänzender Marketingtrick.

Welche Rolle spielt seine TV-Serie „Alfred Hitchcock presents“, die von 1955-1965 lief?

LESCH Eine sehr große. Er trat vor und nach jeder Episode auf und festigte damit sein Image: das eines jovialen, aber makabren Zeitgenossen, mit einem schwarzen Humor, der auch heute noch funktioniert.

Mitte der 50er Jahre waren Fernsehen und Kino große Rivalen – ungewöhnlich, dass ein Kino-Regisseur sich auch im „kleinen Medium“ Fernsehen gezeigt hat.

LESCH Er war da durchaus ein Vorreiter, er hat die Bedeutung des Fernsehens erkannt. Kollegen haben das Medium lange gemieden, weil sie es als nicht als standesgemäß empfunden haben. Hitchcock hat außerdem viel Presse für sich gemacht, für Interviews auch kleinerer Zeitungen hat er sich immer viel Zeit genommen, weil er wusste, wie wichtig gute Presse ist. Er hat jedes Spielchen gerne mitgespielt.

 

 

Sammler, Kurator und Hitchcock-Kenner Paul Lesch (links) und Regisseur Terry Gilliam („Brazil“, „Twelve Monkeys“) in der Luxemburger Ausstellung. Gilliam war beim Luxemburg City Film Fest dabei. Foto: Lesch

Hitchcocks Garderobe bei der Arbeit war sehr klassisch, stets mit dunklem Anzug und Krawatte. War das auch Teil seines Images?

LESCH Nicht nur. Er war wirklich der Meinung, dass dieses klassische Auftreten dazugehört – das hat er auch von seinen Mitarbeitern verlangt. Ich besitze zwar ein paar Fotos von ihm im kurzärmeligen Hemd, aber die sind selten – etwa, wenn er in Marokko drehte, da ging es bei der Hitze eben nicht anders. Diesen Totengräber-Look mochte er einfach.

In seinen Erinnerungen schreibt Regisseur William Friedkin („Der Exorzist“), dass Hitchcock ihn, damals ein Nachwuchsregisseur, im Studio wegen einer fehlenden Krawatte zurechtgewiesen haben soll.

LESCH Ja, das hab ich auch gelesen. Diese jungen Wilden, das New Hollywood der 1970er, das war nicht seine Generation – auch wenn er sich schon dafür interessiert hat, was die gemacht haben. Zugleich war er selber ja immer sehr experimentierfreudig – unter anderem drehte er einen Film wie „Lifeboat“, der nur in einem Rettungsboot spielt, dann „Rope“ ohne erkennbare Schnitt. Etwas ganz Neues war auch, dass der ab den 1950ern in den Trailern seiner Filme aufgetreten ist. Im Trailer zu „Psycho“ sieht man keine einzige Szene aus dem Film, sondern Hitchcock macht eine kleine Führung durch die Kulissen. Sehr originell.

 

Hitchcock als Albumcover – später zitiert von Eminem. Foto. London Records

 

Ihre Ausstellung zeigt auch, wie sein öffentliches Bild nach seinem Tod ein Teil der populären Kultur blieb.

LESCH Ja, in der Kunst, in der Werbung etwa und in der Mode: Alexander McQueen hat zwei Kollektionen, die von Hitchcocks Stil beeinflusst sind. Eminem lehnte das Cover seines Album „Music to be murdered by“ an Hitchcock-Optik an. Sehr witzig. Auch andere Künstler, Romane, Comics beziehen sich auf ihn, Hellmuth Karasek hat ein Theaterstück über ihn geschrieben. In einer aktuellen Karikatur des „New Yorker“ bedankt sich Hitchcock beim abgewählten Präsidenten Trump für „wirklich erschreckende Jahre“.  Man kennt ihn und seine Rolle als Meister der Spannung heute noch.

Zu Lebzeiten hat er ja auch seinen Namen und sein Gesicht vermarktet, auch in Deutschland etwa bei Büchern wie den „Drei Fragezeichen“. Leicht verdientes Geld?

LESCH Ja. Er wusste, wie man Geld verdient, er hat ja auch gut gelebt – sein Haus in Bel Air war äußerlich nicht spektakulär, aber er hatte einen exzellenten Weinkeller, er hat sich teures Essen aus Europa oder von der Ostküste kommen lassen. Er ist sehr viel gereist mit seiner Frau Alma, die auch bei seiner Arbeit eine zentrale Rolle gespielt hat. Bei den Reisen hatte er Auftritte, um sich bekannt zu machen – ich habe Zeitschriften aus der ganzen Welt dazu, russische, chinesische, türkische. Es gibt mehrere hundert Bücher über ihn, darunter ein Dutzend auf Farsi, die im Iran herauskamen. Außer über Chaplin und Disney sind wohl über keinen Filmemacher so viele Bücher erschienen.

 

Ein Blick in die Ausstellung. Foto: Mike Zenari

Welche Rolle spielt da das legendäre Buch „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht“, in dem er im Gespräch mit dem französischen Kollegen François Truffaut seine Filme sehr detailliert erklärt.

LESCH Das Buch hatte eine enorme Wirkung, erst in Frankreich, dann international. Aber man streitet bis heute, ob Hitchcock nicht auch vor Erscheinen dieses Buchs schon als wichtiger Regisseur akzeptiert war. Bevor damalige Kritiker wie Truffaut, Claude Chabrol und Eric Rohmer ihn als „auteur“ bezeichnet haben, hatte er ja schon demonstriert, dass er mehr war als ein brillanter Techniker.

Woher kommt Ihre Faszination für Hitchcock?

LESCH Ende der 1970er, da war ich um die 13, habe ich angefangen, mich mit Kino zu beschäftigen. Damals liefen Hitchcock-Filme im französischen und im deutschen Fernsehen, ich las das Truffaut-Buch – und da wurde mir bewusst, wie Filme gemacht werden, wie viele Entscheidungen ein Regisseur treffen muss – mit Hitchcock hat meine „Cinéphilie“ angefangen. Ich bin dann oft nach Paris gefahren, in viele schöne Filmbuchläden, habe Fotos gekauft, Plakate, Bücher. Mittlerweile habe ich um die 400 Bücher über Hitchcock in meiner Bibliothek.

Haben Sie ein besonderes Schmuckstück in der Sammlung?

LESCH Sehr viel bedeutet mir ein Autogramm. In der Zeitschrift „Hörzu“ standen damals in den 70ern Autogrammadressen – auch die von Hitchcock. Ich schrieb sie an, Wochen später bekam ich Luftpost – es war Hitchcocks Autogramm. Da war ich sehr stolz als Jugendlicher. So gesehen ist diese Ausstellung auch eine Rückkehr in meine Jugend. Ich erinnere mich an die Reisen nach Paris, nach London, ich weiß noch, welche Bücher ich wo gekauft habe. Das alles zusammen ausgestellt zu sehen, ist schon eine Freude.

 

Plakat zu einem der großen Klassiker. Foto: Universal

 

Wissen Sie, wie viele Stücke Sie in der Sammlung haben?

LESCH Wenn man alles zusammennimmt, auch Fotos und etwa Streichholzschachteln mit dem Gesicht von Hitchcock, kann ich es nicht mehr zählen.

Wo bewahren sie das alles auf?

LESCH Das ist immer ein Problem – vor allem in meiner Wohnung, auch im CNA. Nach der Ausstellung kommen viele Fotos, die vorher nicht gerahmt waren, gerahmt zu mir zurück. Dann wird es noch enger. Dieses Problem werde ich irgendwie lösen müssen.

Wie sehen Sie Hitchcocks Karriere? Der Konsens ist ja, dass ihm Mitte der 1960er dann doch die Luft ausging, mit schwächeren Filmen wie „Topaz“ und „Der zerrissene Vorhang“.

LESCH „Topaz“ ist keiner meiner Lieblingsfilme, ich bin auch kein Fan von „Marnie“, einem Film, der aber gerade wiederentdeckt wird. „Der zerrissene Vorhang“ ist auch kein guter Film, er hat aber einige gute Szenen – nicht zuletzt den Mord an Wolfgang Kieling. Aber mit seinem vorletzten Film „Frenzy“ hatte Hitchcock dann eine Revanche, es ist einer seiner besten Filme und, wie Peter Bogdanovich es formulierte, der „Film eines jungen Mannes“ – auch wenn Hitchcock damals schon 73 Jahre alt war. Sein letzter Film „Familiengrab“ war dann der erste Film, den ich bei der Erstaufführung im Kino gesehen habe.

Ist heute ein Filmemacher eine eigene Marke in der Art wie Hitchcock?

LESCH Quentin Tarantino – man schaut sich ja einfach „den neuen Tarantino“ an, egal um was es geht, egal wer mitspielt. Auch Tarantino geht sehr clever mit der Presse um, da gibt es schon Parallelen, weniger Filmische, aber was das Eigen-Marketing angeht.

Und Wes Anderson, der ja ein typisches „Wes-Anderson-Image“ kultiviert?

LESCH Er hat sich auch ein bestimmtes Image erschaffen, allerdings arbeitet er für ein ganz bestimmtes, aber auch begrenztes Publikum – Hitchcock hatte immer das große Publikum im Blick.

Hitchcock. The Brand. Bis 10. April, Cercle Cité. Geöffnet täglich von 11 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Termin: Am 30. März, 18.30 Uhr, spricht Paul Lesch (in Französisch) im Auditorium Cité über Hitchcocks kunstvolle Selbstinszenierung.
Infos: www.cerclecite.lu

Das Glück liegt auf dem Berg: „Lunana“

Lunana

Kelden Lhamo Gurung als Hirtin und Sängerin Sandon. Foto: Kairos

 

Auch das noch: Als wäre es nicht schlimm genug für den jungen Ugyen (Sherab Dorji), dass der Beruf als Lehrer ihn herzlich langweilt, wird er nun versetzt. Genauer: strafversetzt. Noch lebt er in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans, bei seiner Großmutter und träumt nach Schulschluss (und wohl auch davor) von einer Sängerkarriere – doch nun soll er ein Jahr lang an der abgelegendsten Schule des Landes unterrichten. Lunana heißt das Dorf in der Bergwelt des Himalaya, hat keine 60 Einwanderer, keinen Strom, kein Internet. Kein Interesse hat Ugyen, aber er fügt sich und macht sich auf die Reise. Was er im Dorf erlebt, wird ihn verändern.

Filme aus Bhutan, dem buddhistischen Königreich, das an Indien und China grenzt, sieht man so gut wie nie in unseren Kinos. Das Saarbrücker Achteinhalb zeigt nun „Lunana“, der für den diesjährigen Oscar als bester internationaler Film nominiert ist und mit seiner leisen, stillen Art sehr ans Herz geht. Debüt-Regisseur (und Autor) Pawo Choyninh Dorji hat im tatsächlichen Lunana gedreht, mit Profidarstellern wie mit Laien aus dem Dorf, das nur durch einen Fußmarsch von einer Woche zu erreichen ist; die Filmtechnik speiste sich aus Solar-Akkus.

Ugyen macht sich schweren Herzens auf in die Provinz, iPod und Kopfhörer sind die letzten Verbindungen zu seinem alten Großstadtleben; doch langsam leert sich der Akku, während der Pädagoge von einer Gesandtschaft des Dorfs am letzten Rastplatz abgeholt wird und man die einwöchige Wanderung beginnt. Eine stille Komik hat das ganze Unterfangen, wenn die Dorfgesandten dem aus der Puste kommenden Lehrer permanent versprechen, dass der Weg gleich wieder abwärts führe – auch wenn klar ist, dass man vom Flachland auf dem Weg zu einem Bergdorf ist. Aber sonst hätte er wohl aufgegeben, zumal es ihm zusetzt, dass seine neuen Markenstiefel nicht wasserdicht sind. Die Opfergaben seiner Begleiter für einen sicheren Weg befremden den Lehrer, doch es berührt ihn eigentümlich, als das gesamte Dorf ihn mit einer Zeremonie willkommen heißt, die ihm klar macht, wie wichtig er für alle ist. „Lunana“ ist nicht zuletzt eine große Liebeserklärung an die Idee der Bildung.

Im Dorf muss Ugyen sich an das rustikale Leben gewöhnen. Seine Fenster sind gegen den strengen Wind mit Papier abgedichtet, was hier ein großes Privileg ist – Papier ist selten. Der Plumpsklo vorm Schulgebäude ist wenig anheimelnd. Doch die enorme Wissbegierde der Kinder und die Freundlichkeit der Erwachsenen lassen ihn seine Situation anders sehen – und da ist noch die junge Sandon, die von einem Felsen herab alte Hirtenlieder singt. Ugyen entdeckt eine andere Art des Lebens – und zum ersten Mal empfindet er auch Leidenschaft für seinen Beruf.

Das könnte nun auf den Plot „Schnösel-Städter entdeckt in der Natur das einfache Leben und das große Glück“ hinauslaufen. So einfach macht es sich „Lunana“ nicht, auch wenn er das Leben im Dorf auch gerne in romantischen Farben zeichnet – dass die Menschen arbeiten, sieht man selten. Aber ihre enorme Dankbarkeit gegenüber dem Lehrer, der aus ihrer Sicht die Zukunft der Kinder verkörpert, zeigt, dass sie sich für die vielleicht doch etwas anderes wünschen. Und das Ende ist dann doch etwas anders als man erwarten mag. Diese Geschichte um Heimat, Glück und Zuneigung ist gefühlvoll erzählt, aber unsentimental, ebenso mit Humor wie mit einer leisen Melancholie. Und mit einem Büffel im Klassenzimmer.

Edler Zwirn, feine Nase: Der schwedische Mehrteiler „Hjerson“

Hjerson (Johan Rehborg) und Sandberg (Anna Halström). Foto. ZDF / Edel Motion

Ermittlungsarbeit in der Küche: Hjerson (Johan Rehborg) und Sandberg (Anna Halström). Foto. ZDF / Edel Motion

„Das Letzte, was die Welt jetzt braucht, ist eine weitere Krimireihe im Fernsehen.“ Sagt die Hauptfigur einer weiteren Krimireihe im Fernsehen. Vielleicht soll diese Ironie auf der Meta-Ebene ja der Kritik den Wind aus den Segeln nehmen – angesichts einer unbestreitbaren TV-Krimi-Schwemme, nicht zuletzt aus den skandinavischen Ländern. „Hjerson“ heißt dieser Mehrteiler aus Schweden, dessen Ursprung in England liegt: bei Agatha Christie, der Königin des „Whodunit“, bei dem die minutiöse Aufklärung eines Verbrechens mit möglichst vielen Verdächtigten im Zentrum steht.

Christie (1890-1976) erfand nicht nur den Meisterdetektiv Hercule Poirot oder die Miss Marple, sondern auch eine Krimischriftstellerin namens Ariadne Oliver, die wiederum eine Hauptperson für ihre Krimis ersonnen hat: den schwedischen Ermittler Sven Hjerson. Und eben der ist die Titelfigur dieses ambitionierten Mehrteilers (vier mal 90 Minuten). Wie nahe der nun dem Werk Agatha Christies steht oder ob man sich vor allem mit ihrem Namen schmücken will, müssen deren Kenner beurteilen. Sehenswert ist „Hjerson“ jedenfalls, wobei sich die Serie abhebt von einigen anderen Krimis aus Skandinavien, bei denen Orte wie Seelenlandschaften gerne neblig trüb sind. „Hjerson“ ist bunter (wie seine Kleidung), filmisch verspielter und humoristischer – den Todesfällen und schicksalhaften Verstrickungen zum Trotz.

„Milf-Hotel“ füllt geistig nicht mehr aus

Zu Beginn steckt die TV-Produzentin Klara Sandberg (Hanna Alström) in der Krise – Trashformate wie „Milf Hotel“ füllen sie nicht aus, doch eine neue Idee beflügelt sie: Warum nicht eine halb-dokumentarische Krimi-Serie mit dem legendären Ermittler Sven Hjerson (Johan Rheborg) auf den Weg bringen, der einige der kniffligsten Fälle der schwedischen Kriminalgeschichte aufgedröselt hat? Das erste Problem: Hjerson hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, scheint unauffindbar. Das zweite Problem: Als Sandberg ihn aufspürt, hat er nicht das geringste Interesse, Teil einer TV-Serie zu werden. Er braucht die Welt nicht, seine erlesene Garderobe und der tägliche Gang zum Friseur (trotz schütteren Haars) sind ihm Lebensbegleiter genug. Doch flüchten kann er vor der TV-Produzentin nicht, befinden sich beide doch auf einer Fähre. Als dort ein Mord geschieht, kann Hjerson den alten Spürsinn nicht verdrängen (und die Fernsehfrau nicht loswerden).

Vor dem Hintergrund der Krimi-Handlung – etwa einem Todesfall bei Kino-Dreharbeiten – erzählen die Episoden von der beginnenden Freundschaft zwischen Ermittler und Produzentin, von deren etwas aus dem Tritt gekommenen Liebesleben und Hjersons schwieriger und verdrängter Kindheit, die er langsam aufblättert. Gerade dieser Strang ist interessant (manchmal interessanter als der Krimi-Plot), zumal Darsteller Rheborg die Kauzigkeit und die Ticks von Hjerson nicht überzieht – man fühlt mit ihm mit, trotz seiner immer mal aufblitzenden Arroganz und seiner scheinbaren Gefühlskühle.

Die erste Staffel von „Hjerson“ ist in der Mediathek des ZDF zu sehen und auf DVD bei Edel-Motion erschienen.
DVD-Extra: Ein kurzes Interview mit den Hauptdarstellern.

„War and Peas“ stellen in Saarbrücken aus: „Silly Empire“

Jonathan Kunz Elizabeth Pich "War and Peas" Tobias Keßler

Jonathan Kunz und Elizabeth Pich – „War and Peas“.   Fotos: tok

Aus Saarbrücken kommt ein international erfolgreiches Comic-Projekt: Unter dem Titel „War and Peas“ texten und zeichnen Elizabeth Pich und Jonathan Kunz kurze Geschichten über Leben und Tod, Liebe und Einsamkeit. Knapp 100 Arbeiten sind jetzt im Saarbrücker KuBa zu sehen.

So ein skeptischer Säugling. Eben noch weilte er im warmen Mutterbauch – jetzt ist er in der Welt und fragt sich, ob er die beste Zeit seines Lebens schon hinter sich hat. Ins Grübeln kommt auch der schnurrbärtige Bob. Auf die Frage, was er gerade so tue, antwortet er: „Triviale Aktivitäten, um mich von der Bedeutungslosigkeit meiner Existenz abzulenken.“ Und die göttliche Macht, die aus dem blauen Himmel herab spricht, weiß auch nicht wirklich weiter. Nach einem Lebensplan befragt, empfiehlt Gott einfach ein gutes Speise-Eis.

So sind eben das Leben und dessen diskutabler Sinn bei „War and Peas“. Unter diesem Titel zeichnen und texten Elizabeth Pich und Jonathan Kunz seit 2011 ihre Comic-Geschichten, so gut wie immer als kompakte Vier-Bild-Konstruktion. An der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) haben sich die beiden kennengelernt und veröffentlichen jeden Sonntag eine neue „War and Peas“-Geschichte auf ihrer Internetseite, stets in Englisch – der Internationalität des Comic-Marktes halber (zudem lebte Pich in den USA, bis sie 14 war).

Der Erfolg ihrer Kunst ist groß – 282 000 Abonnenten bei Facebook, bei Instagram eine Million, seit Silvester. Das erste Buch ist auf dem deutschen Markt erschienen („Von Hexen und Menschen“), außerdem in den USA, in Frankreich und in spanischer Übersetzung. Jetzt zeigen Pich und Kunz, die beide in Saarbrücken leben, im KuBa Kulturzentrum eine Auswahl ihrer Werke. Mit um die 90 jeweils einzeln gerahmten Comicgeschichten, dazu zwei Skizzenbüchern zum Blättern und auch mit dem, womit sie ihre im Netz kostenlos anschaubare Kunst mitfinanzieren: Merchandise. Kaputzenpullis etwa mit „War and Peas“-Motiven, Mützen, Aufkleber und ein T-Shirt mit einem Slogan, der bestens passt in ihre immer etwas unsichere, unwägbare Welt: „100 % not sure“. Das Merchandise bei der Ausstellung zu zeigen, sei wichtig, sagt Jonathan Kunz, sei das doch ein wichtiger Aspekt des Lebensunterhalts, wenn man kostenlose Web-Comics veröffentlicht. Gerahmte und signierte Drucke wie in der Ausstellung könne man auch über die Internetseite des Duos kaufen, „so gesehen ist die Ausstellung wie ein Showroom, wir zeigen, was wir verkaufen“.

 

 

Die Kunst von „War and Peas“ ist reizvoll trügerisch. Der Zeichenstil mag betont reduziert und unschuldig wirken, doch der Inhalt ist nie harmlos, sondern hintersinnig und meist melancholisch getönt: Um Einsamkeit geht es oft, um Gefühle, die aneinander vorbei strömen, um schwierige Kommunikation, um den Tod – das alles unterfüttert mit schwarzem Humor und unerwarteten Pointen. Eine ebenso witzige wie berührende Mischung, in dem es eines nicht gibt, auch wenn manche Leserinnen und Leser das entdeckt haben wollen: Sarkasmus. „Nein“, sagt Pich, „den gibt es nie bei uns. Wir lachen nicht von oben über unsere Figuren oder kommentieren sarkastisch, wir fühlen immer mit unseren Figuren mit.“ Ob nun mit einem liebeskranken Roboter oder einer frustrierten Wolke, die sich, nach der Beleidigung durch einen Menschen, aus Rache bevorzugt über Hochzeitsfesten ausregnet.

 

Gehängt ist die Ausstellung nicht chronologisch oder thematisch, wobei es doch kleine Schwerpunkte gibt mit jenen Figuren, die sich über die Jahre als feste Charaktere etabliert haben: allen voran die libidinös lebenslustige Zauberin  „Slutty Witch“, wie sie in der englischsprachigen Ausstellung heißt (und „Schlampenhexe“ in der deutschen Buchfassung). Sie kann man begleiten, wenn sie zum Befremden ihrer Katze den Abend mit einem Vibrator verbringt oder ihrem Regal voller Totenköpfe ein weiteres Exemplar hinzufügt: diesmal unglücklicherweise den eines Psychologen, der mit klapperndem Gebiss kundtut, mit dieser Totenkopfsammlung fülle die Hexe bloß eine Leerstelle in ihrer lieblosen Existenz. Da ist er wieder – der Sinn beziehungsweise der Un-Sinn menschlichen Lebens. Und die Einsamkeit. „Die ist ein grundlegendes Thema bei uns“, sagt Elizabeth Pich, „sie ist eine Volkskrankheit“ – nicht zuletzt durch das Internet und die sozialen Medien, in denen Gefühle so schwer zu deuten seien. „Aber wenn man Web-Comics macht, kann man das Internet ja nicht ganz verteufeln.“

 

Humor und Melancholie sind in den Comics nicht zu trennen: Wenn etwa der leibhaftige Sensenmann, eine der festen Figuren, seine Runden dreht und bei einer älteren Dame auf dem Sofa hängenbleibt, bei Keksen und Kakao. Da wird dem Gevatter Tod wohl kurz die brutale Dimension seines Berufs bewusst – aber mitnehmen wird er die Dame doch. In einem anderen Comic muss eine Heuschrecke, ein junger Gottesanbeter namens Timmy, damit leben lernen, dass seine Mutter den Vater artgerecht  kurz nach Timmys Zeugung gefressen hat. Und was passiert, wenn er mal heiratet?

„Silly Empire“, albernes Reich nennt sich die Ausstellung. Wieso? „Weil wir uns eine Art Kosmos erschaffen haben“, erklärt Pich, „unsere Figuren leben in derselben Welt“ – und in gewisser Weise die beiden Künstler auch: Es wird humoristisch autobiografisch, wenn ein Autorenduo auf Empfehlung seines Publikums hin zur Therapie geht. Lustig seien die Comics ja schon, gibt die Therapeutin zu, aber den beiden könne man nicht mehr helfen; und ein anderer Therapeut stellt fest, dass sie mit ihren anatomisch unkorrekten Zeichnungen ihren Hochschul-Professor zum Weinen brächten. Aprops Hochschule: Kunz selbst hat einige Jahre an der HBK den Masterschwerpunkt Comic/Graphic Novel betreut, bis es keine Einigung mehr über eine langfristige Weiterbeschäftigung gab, da die HBK in einer „Planungsphase“ bezüglich des Masterschwerpunkts sei, wie sie mitteilte; demnächst wird Kunz die Hochschule verlassen.

Kunz und Pich planen derweil ein zweites Buch, das mit der Welt von „War and Peas“ nichts zu tun haben wird. Ein poetisches Werk in Reinform soll es werden, in nostalgischer Optik und angelehnt an ihre Arbeit „A Job is a Job“, die man auf der „War and Peas“-Seite lesen kann. Doch erst einmal gibt es die Ausstellung im KuBa, die laut Kunz so etwas ist „wie ein Gang durch unsere Gehirne“.

warandpeas.com

„Drive my car“ von Ryusuke Hamaguchi

Drive my car Oscars

Regisseur Yusuke Kafuku (Hidetoshi Nishijima) und die Fahrerin Misaki (Toko Miura).        Foto: REM

 

Eine große Überraschung war das schon. Ein japanischer Film, drei Stunden lang, erhält bei den Oscars vier Nominierungen: für das beste adaptierte Drehbuch, den besten internationalen (also nicht-nordamerikanischen) Film, für die beste Regie und als bester Film. Zwar wurde „Drive my car“ in Cannes 2021 mehrfach ausgezeichnet, die ungleich kommerzieller ausgerichteten Oscars sind eben etwas anderes als Festivalpreise. Das gibt diesem wundersamen und wunderbaren Film von Ryusuke Hamaguchi Aufmerksamkeit und einen gewissen kommerziellen Rückenwind, den er gut brauchen kann – ist doch „Original mit Untertiteln“ und „179 Minuten Laufzeit“ für manchen Kinogänger eher abschreckend denn animierend. Nur: Lässt man sich abschrecken, bringt man sich um eine sehr eigenwillige und beglückende Seh-Erfahrung.

Nachts und nackt beginnt der Film, wenn die Drehbuchautorin Oto ihrem Mann Yusuke, einem Schauspieler und Theaterregisseur, eine Geschichte erzählt, die sie nach den gemeinsamen Liebesnächten immer weiter spinnt: Um eine Frau geht es, die ihrer ersten Liebe nachspioniert, regelmäßig in das Haus des Angebeteten einbricht, um Dinge zu hinterlassen. Yusuke hört fasziniert zu, ein enges Band der Vertrautheit scheint diese beiden Eheleute miteinander zu verbinden. Doch als Yusuke eines Tages unerwartet nach Haus kommt, sieht er seine Frau innigst zugange mit einem anderen Mann auf dem Sofa. Ohne bemerkt zu werden, verlässt er die Wohnung wieder, verschweigt das Ganze gegenüber Oto (ebenso wie sie es tut). Als er just an dem Abend nach Hause kommt, an dem seine Frau etwas mit ihm besprechen kann, ist sie an einer Hirnblutung gestorben. Yusuke bleibt erschüttert und trauernd zurück – und im Ungewissen darüber, was seine Frau ihm mitteilen wollte.

Der rote Saab in Hiroshima

Erst hier, nach 40 Minuten, läuft der Vorspann von „Drive my car“, er ist wie ein filmischer Raumteiler, der auch den Bruch in Yusukes Leben widerspiegelt – und auch einen Zeitsprung von zwei Jahren. Yusuke nimmt das Angebot eines Bühnenfestivals in Hiroshima an, dort Tschechows „Onkel Wanja“ zu inszenieren. Bei den ersten Besetzungsgesprächen taucht überraschend auch ein junger Schauspieler auf, von dem Yusuke glaubt, ihn damals mit seiner Frau auf dem Sofa gesehen zu haben. Das setzt dem Witwer zu, ebenso irritiert ihn die Vorgabe des Festivals, dass er in Hiroshima nicht selbst seinen alten roten Saab fahren darf, sondern dass ihm eine Fahrerin zugeteilt wird – die zurückhaltende Misaki, die für ihn wider Erwarten zu einer großen Stütze wird.

Was in der knappen Inhaltsangabe etwas simpel klingt, ist im Film ganz anders: Regisseur und Ko-Autor Hamaguchi gliedert „Drive my car“, entstanden nach einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami, in lange Szenen und Gespräche – es sind die Herzstücke des Films, wenn Yusuke mit seiner Fahrerin, mit dem mutmaßlichen Liebhaber seiner Frau, mit einem Kollegen und dessen Frau minutenlang spricht. Um Liebe geht es, um Trauer und Tod (die Tochter von Oto und Yusuke ist vor Jahren sehr jung gestorben), um die Möglichkeit oder Unmöglichkeit extremer Nähe zwischen Menschen. Muss körperliche Untreue ein Beleg für mangelnde Liebe sein? Wie gut kann man seinen Partner kennen, wenn es schon schwer genug fällt, sich selbst einigermaßen zu kennen?

Hamaguchi erzählt davon mit exzellenten Darstellern, denen man trotz Zurückhaltung die Seelenlage ihrer Figuren anmerkt, mit gelungenen Verschränkungen mit der „Onkel Wanja“-Inszenierung (ohne ein selbstgefälliges Meta-Ebenen-Spiel zu beginnen) – und vor allem in aller Ruhe. Hier wird viel gesprochen, im roten Saab, an der nächtlichen Hotelbar, im Esszimmer, auf einem verschneiten Hügel. Gefühlvoll ist das alles, aber nicht sentimental, die Melancholie ist spürbar, aber sie drängt sich filmisch nicht auf. Sicher, ein wenig Sitzfleisch braucht man für den Film – aber er wird einen tief berühren.

„Moleküle der Erinnerung“ von Andrea Segre

Zu Beginn treten sich die Touristen noch auf die Füße, fließen wie eine Welle des Fremdenverkehrs durch die Gassen Venedigs und werden quer über den Markusplatz gespült. Doch einige Filmminuten später ist Venedig eine ganz andere Stadt, wie in einer anderen Welt. Menschenleer, still, wie im Winterschlaf – Venedig im Corona-Lockdown. Denn als Regisseur Andrea Segre zu Dreharbeiten nach Venedig reist, gerät er in die Pandemie und sitzt von Februar bis April 2020 fest.

Eigentlich wollte er sich dokumentarisch mit dem Tourismus in der Stadt beschäftigen, so aber ist mit „Moleküle der Erinnerung“ ein ganz anderer Film entstanden, der nebenbei „Venedig, wie es niemand kennt“ zeigt, wie der zweite Teil des deutschen Titels verheißt. Dabei belässt es Segres Werk aber nicht bei eindrücklichen Bildern von einer in dieser Form unbekannten Lagunenstadt, es will auch kein filmisches Corona-Tagebuch sein – auch wenn es durchaus ein Stück Zeitdokument aus der Pandemie ist. „Moleküle“ ist eine sehr eigene und reizvolle Verbindung von Außenwelt und Innenleben, von Stadtporträt und Blick auf die eigene Geschichte.

 

Denn der früh gestorbene Vater des Regisseurs kam aus Venedig, hat die Stadt immer geliebt; diese Faszination konnte der Sohn nie ganz nachvollziehen – heimelig war Venedig für ihn nie. Segre, mit anderen filmischen Plänen angereist, aber nun im Lagunen-Lockdown,  spürt dem Leben und auch dem Tod des Vaters nach. Der war zwar liebevoll, hat stets aber eine gewisse Distanz zum Sohn gehalten, war oft mit sich beschäftigt – womöglich kein Wunder, litt er doch seit seiner Kindheit an einer Herzkrankheit und war sich bewusst, dass die ihn möglicherweise früh und ohne Vorwarnung umbringen wird.

Diese lebenslange, wenn auch nicht lieblose Distanz schmerzt den Sohn bis heute – doch das lässt er nicht in eine filmische Nabelschau münden, macht kein Befindlichkeitskino. Sein Film wirkt wie ein freischwebender Essay, er verbindet die Bilder des leeren Venedig mit alten Super-8-Aufnahmen des Vaters aus der Stadt der 1960er Jahre, mit vorgelesenen Briefen zwischen Sohn und Vater, Familienfotos und den Gedanken des Filmemachers aus dem Off. Wie ging sein Vater sein Leben an, von dem er wusste, dass es kein langes sein würde? Was bleibt, wenn wir sterben? Sind wir mehr als reine Materie? Und hat der Vater etwas geahnt, als er sich einen Tag frei nahm, um den mit seinem Sohn zu verbringen? Denn dies war die letzte gemeinsame Zeit der beiden.

Leben, Tod, Venedig und Tourismus

Parallel dazu streift Segre durch Venedig, sammelt Eindrücke; er spricht mit einem Fischer, der seine Arbeit als nahezu heiliges und meditatives Ritual empfindet, begleitet weibliche Gondoliere, die endlich einmal in Ruhe auf dem Wasser ihre Kreise ziehen können, jenseits der üblichen Touristen-Invasion – in der Stadt standen sich, vor Corona, 40 000 Bewohner Touristen in jährlich zweistelliger Millionenhöhe gegenüber. Nicht immer bringt Regisseur Segre diese Erzähl- und Gedankenstränge elegant in Einklang, da gibt es einige Brüche zwischen Familien- und Stadtgeschichte, zwischen Historie und Philosophie. Dennoch ist „Moleküle der Erinnerung“ ein faszinierender Film, der in aller Ruhe aber ohne Längen dahinfließt, während Segre auf der Tonspur sich sonor raunend Gedanken macht über Leben, Tod, Venedig und Tourismus. Dass er die selbst gestellten Lebensfragen nicht beantworten kann und das gerne zugibt, spricht nicht gegen ihn. Das Leben an sich ist eben, stellt Segre fest, so wie der abendliche Nebel in Venedig: ein wissenschaftlich erklärbares Phänomen, zugleich aber doch rätselhaft.

„OSS 117 – Liebesgrüße aus Afrika“ mit Jean Dujardin

OSS 117 Jean Dujardin Liebesgrüße aus Afrika

OSS 117 (Jean Dujardin) erkundet die Tierwelt Afrikas. Foto: Koch Films

„Jeder Mensch träumt davon, Franzose zu sein!“ So sieht es jedenfalls der französische Agent Hubert Bonisseur de la Bath  – alias OSS 117. Diese Erkenntnis deklamiert er gerne mit stolzespraller Brust, auch in russischer Gefangenschaft in Afghanistan an Neujahr 1981. Da und dort beginnt die mittlerweile dritte Komödie mit dem gallischen Oscar-Preisträger Jean Dujardin („The Artist“) als französischem Agent;  die Figur OSS 117 nahm ihren Anfang ab 1949 in Spionage-Romanen von Jean Bruce. Die wurden dann in den 1960ern fürs Kino verfilmt, als James-Bond-Imitate mit herrlich reißerischen Titeln wie „Pulverfass Bahia“ oder „Teufelstanz in Tokio“ – an den Glamour von 007 kamen sie allerdings nicht heran.

Jean Dujardin, einer der großen Stars Frankreichs zurzeit, drehte 2006 und 2009 die ersten beiden Komödien, teils Parodie auf Bond und das Spionage-Kino, teils Satire auf ungehemmten Chauvinismus und eine gewisse Dummheit: Frauen sind für OSS 117 nicht ganz ernst zu nehmen, auf andere Länder und Kulturen blickt er milde lächelnd herab – und dass es tatsächlich Franzosen gab, die nicht in der Résistance waren, hält er für ein böswilliges Gerücht. Zwei sehr charmante Filme sind das, denen das fast Unmögliche gelang: die Kinos zu füllen und zugleich eine gute Kritik in der cineastischen Bibel „Cahiers du Cinema“ zu bekommen. Parbleu!

Nun erscheint, 12 Jahre nach dem Vorgänger, das dritte Abenteuer bei uns im Heimkino – dessen deutscher Titel „Liebesgrüße aus Afrika“ erinnert an den Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“, der Originaltitel klingt herrlich nach einem knallbunten 60er-Jahre-Agentenfilm: „Alerte rouge en Afrique Noir“. Die Mission diesmal: In einem afrikanischen Staat soll OSS 117 die drohende Rebellion gegen den Machthaber zerschlagen – der mag zwar ein Tyrann sein, aber er ist „ein Freund Frankreichs“, wie der Chef des Agenten ihm mitteilt – schließlich liegen in seinem Land Diamantminen, deren Erlöse nicht zuletzt in Richtung Paris fließen. OSS 117 nimmt die Arbeit auf, unter dem schönen Decknamen Émile Cousin, hat dabei aber Hilfe, die er gar nicht will: OSS 1001 (Pierre Niney), ein Nachwuchsagent voller Heldenverehrung für den legendären 117; die schwindet vor Ort dann allerdings, wird ihm die Inkompetenz des älteren Kollegen doch schmerzhaft deutlich.

„Aus Spaß spricht niemand Deutsch.“

Das ist der grobe Handlungsrahmen, den Drehbuchautor Jean-Francois Halin und Regisseur Nicolas Bedos mit einiger Situationskomik füllen und mit schönen schrägen Ideen – der Leopard des afrikanischen Tyrannen hört nur auf  Kommandos in gebrülltem Deutsch, weil das die effektivste Befehlssprache sei. „Aus Spaß spricht niemand Deutsch.“ Und die Titelsequenz ist eine sinnige Hommage plus Parodie an/über James-Bond-Titelvorspänne vor allem aus den 80ern.

Der grundlegende und große Reiz des Films – die deutsche Fassung besorgte Oliver Kalkofe – liegt aber darin, wie er ein konservatives Milieu zeichnet: Auf dem Weg ins Pariser Büro kommt OSS 117 an einem Wahlplakat des damals amtierenden Präsidenten Giscard d’Estaing vorbei und salutiert – ein Plakat weiter hängt das Bild des Rivalen Francois Mitterand, das OSS 117 in den Grundfesten erschüttert. Die Franzosen würden nie den Fehler machen, Mitterand zu wählen, spekuliert er – und wenn doch, dann müsse man sich einstellen auf „kein Privateigentum, Schlangen vor leeren Supermärkten, kein Wasser, aber sowjetische Panzer auf der Champs Élysées“. Es kam dann ja doch anders.

Im Geheimdienstbüro wird kollektiv gekichert über den Wunsch der afrikanischen Staaten, unabhängig zu sein. Vor Ort bemüht sich OSS nach Kräften, nicht als Rassist zu gelten, seien die Afrikaner in diesem Punkt „doch etwas empfindlich und humorlos“; lieber steckt er kleinen bettelnden Kindern Zigaretten zu, um großzügig zu wirken. Und es fallen Sätze, die man so oder ähnlich wohl auch schon mal gehört hat und die hier treffend vorgeführt werden: „Afrikaner sind fröhlich und tanzen gerne“, „Ich kann gar kein Rassist sein – sonst würde ich ja nicht Eure Kleidung tragen“ oder „Ihr seid mit so wenig so zufrieden“.

De Gaulle hilft gegen Impotenz

Neben der satirischen Veralberung von Kolonialismus und Rassismus geht es auch um die Midlife-Krise: Der 30 Jahre jüngere Kollege macht dem Agenten sein Alter deutlich klar, den hier auch überraschende Anfälle von Impotenz quälen. Da hilft nur eines (in einer sehr schönen Montage): an Frankreich denken, an Charles de Gaulle, an Düsenjäger, die über den Triumphbogen sausen – und schon ist das Problem des durchhängenden Eifelturms gelöst.

Die beiden ersten Filme mit OSS 117 haben möglicherweise die größeren Gags, bei „Liebesgrüße aus Afrika“ stellt sich eher ein Dauergrinsen ein als ein lautes Lachen. Aber in der Zeichnung seines Antihelden ist er konsequenter und am Ende überraschend finster: Das Herz für Rebellion und Demokratie entdeckt OSS 117 bis zuletzt nicht, er bleibt wie er ist: ein Mann der Realpolitik – und des Popo-Patschens im Büro als kernige Begrüßung.

Erschienen als DVD und Bluray bei Koch Films.
Fünf alte OSS-117-Filme (1963-1968) erscheinen im April bei der Riegelsberger Firma Pidax als DVD-Box.

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